Editorial KARDIOTECHNIK 4/2020

KARDIOTECHNIK 2020; 029(4):115
doi: 10.47624/kt.029.115


Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen

Massendaten, die im Angelsächsischen auch salopp big data genannt werden, führen zu einem unüberschaubaren Wust an Datenmengen, die man kaum auseinanderhalten kann und deren Kompatibilität ein interessantes Thema ist.

Lange bevor die Gesellschaft an big data dachte, war ihr bewusst, dass Sachen zueinander passen sollten. Für uns ist es selbstverständlich, dass der Briefbogen nicht erst noch für das Kuvert zugeschnitten werden muss. Als man 1917 die Materialbeschaffung im Maschinenbau vereinheitlichte, war es allerdings noch nicht üblich, dass Teile zueinander passten. So entstand 1918 die DIN 1 für Kegelstifte, die bis 1992 galt und die dafür sorgte, dass man Maschinenteile zusammenfügen konnte.

Im medizinischen Bereich profitieren wir von Standards wie HL7 (Health Level 7 Object Identifier) und DICOM (Digital Imaging and Communications in Medicine) und ermöglichen so den Austausch von Parametern und Patientendaten. Allen diesen Standards ist gleich, dass sie Identifikationsmerkmale für die jeweiligen Inhalte haben. So hat auch die Zeitschrift KARDIOTECHNIK seit vielen Jahrzehnten eine International Standard Serial Number (ISSN), zu der man bei der Deutschen Nationalbibliothek weitere Informationen findet und die für regelmäßig erscheinende Zeitschriften Pflicht ist.

Bei der Durchsicht dieses Heftes müsste Ihnen auffallen, dass wir an einigen Stellen wie den Artikeln, dem Journalclub und auch diesem Editorial eine kryptische Zeichenkette aus Zahlen und Buchstaben angefügt haben. Wir haben uns entschlossen, die Zitierfähigkeit unserer Zeitschrift zu verbessern und werden deshalb ab dieser Ausgabe die oben genannten Rubriken der Zeitschrift mit einem digital object identifier (doi) versehen. Dies ist im Gegensatz zur ISSN keine Pflicht, erleichtert aber die Suche nach unseren Inhalten und ermöglicht eine gewissermaßen automatische Eingabe der Metadaten eines Artikels wie Titel, Autor, Zeitschrift, Jahrgang usw. in Literaturverwaltungsprogramme wie Citavi, Endnote, Zotero, Mendeley und andere. Wir alle wissen, wie ermüdend eine händische Eingabe von Literaturangaben sein kann.

Wenn Sie zukünftig die Zeichenkette doi:10.47624/kt.029.116 in einer Suchmaschine eingeben, werden Sie Ergebnisse erhalten, die Sie zu unserer Zeitschrift mit den einzelnen Inhalten weiterleiten. Damit Sie Informationen zu den einzelnen Artikeln schneller erfassen können, werden wir das Erscheinungsbild der einzelnen Rubriken ändern: Der Autorenkontakt wird beispielsweise nicht mehr am Ende des Artikels stehen, sondern auf der ersten Seite erscheinen.

Um der Redaktion die Bearbeitung eingegangener Artikel zu vereinfachen, haben wir unseren Zitierstil geändert; zukünftig werden wir den Springer Vancouver Stil verwenden, der im Internet verfügbar ist und die Literaturangaben unseren Vorgaben automatisch anpasst. Wir haben für unsere Zeitschrift in elektronischer Form außerdem noch eine elektronische ISSN (e-ISSN) erhalten, die im Ausland interessanterweise Pflicht ist.

Neben eher technischen Details haben wir organisatorische Dinge wie Verlag, Herausgeber, Gutachterbeirat neugeordnet. Sie können dies im Kopfteil des Inhaltsverzeichnisses erkennen.

Nun aber neben allen Massenund Metadaten und Organisatorischem zum eigentlichen Inhalt dieser Ausgabe: Weichmacher werden seit Jahrzehnten in der Kardiotechnik thematisiert. Praktisch erfühlen wir sie in alten PVC-Schläuchen, klinisch werden diese in unsere Patienten übertragen. Da Einmalprodukte bisher nicht komplett ohne den bekannten Weichmacher Di(2-ethylhexyl)-Phthalat (DEHP) gefertigt werden, können wir einerseits migriertes DEHP in Fremdblutkonserven auswaschen, andererseits führt der Autotransfusionsbeutel erneut zu einer Migration von DEHP. Dies haben Kollegen aus Erlangen eindrucksvoll belegt.

Neben der Chemie sind auch andere praktische Belange wichtig. Unsere Oxygenatoren sind leistungsfähig, kommen aber dennoch an ihre Grenzen. Gerade bei Patienten mit einer hohen Körperoberfläche erreicht der Oxygenator seine Leistungsgrenzen, wird die venöse Drainage erschwert, und erhöhte Systemdrücke könnten die Funktion der korpuskulären Blutbestandteile verändern. Eine Gruppe aus dem Klinikum Vogtareuth hat dies in einer Übersichtsarbeit thematisiert.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser zeitgemäß zitierfähigen Ausgabe

Johannes Gehron, Gießen