Pressemitteilung: Private Steinbeis-Hochschule erweitert berufliche Perspektive für Kardiotechniker

Europäischer Schulterschluss geht bundeseinheitlicher Berufsanerkennung voraus

Ohne die Kardiotechnik wäre die Herzchirurgie nicht denkbar. Umso wichtiger ist eine Berufsausbildung auf hohem Niveau. Mit der Einrichtung eines Bachelor-Studiengangs „Cardiovascular Perfusion“ haben das Deutsche Herzzentrum Berlin und die private Steinbeis Hochschule Berlin die notwendige akademische Qualifizierung von Kardiotechnikern erkannt und umgesetzt. Die Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsweisen und biomedizinischen Wissens verbessert die heute geforderte Versorgungsqualität dieser Spezialisten an deutschen Herzzentren.

Steigende Qualitätsansprüche der Patienten fordern heute das Gesundheitssystems heraus. Dies führt zur Professionalisierung vieler Berufsgruppen wie z. B. in der Krankenpflege. Aber nur die Kombination von gesetzlich geregelter Ausbildung und geschützter Berufsbezeichnung sichert dauerhaft die Gesundheit der Patienten. Laut Gerhard Lauterbach, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. (DGfK), ist die Kardiotechnik dagegen noch immer ein freier Gesundheitsberuf, bei dem diese Kombination noch nicht erfüllt ist. Der Arbeitsplatz dieses Berufs ist hauptsächlich an der Herz-Lungen-Maschine, dem Herzstück des künstlichen Blutkreislaufs bei Operationen am offenen Herzen.

Eine akademische Ausbildung für diese Tätigkeit ist im europäischen Ausland schon seit mehreren Jahren Standard: Von Kardiotechnikern in Großbritannien und Skandinavien durchgeführte wissenschaftliche Untersuchungen ermöglichen ein tieferes Verständnis über die Auswirkungen künstlicher Blutkreisläufe auf den Menschen. Eine Ausbildung auf hohem Niveau, die solche Untersuchungen möglich macht, ist durch die akademische Kompetenz und pragmatische Denkweise der promotionsberechtigten Steinbeis-Hochschule nun auch in Deutschland greifbar.

In Richtung Ausbildung ist ein wichtiger Schritt getan, eine bundeseinheitliche Berufsanerkennung steht jedoch noch aus. Bisher war auf Bundesebene eine gesetzliche Regelung nicht zu erreichen. Die Entwicklung im europäischen Ausland ist auch hier weiter fortgeschritten: In Großbritannien wird die Entscheidung für eine Berufsanerkennung 2009 erwartet.

Handelt der Gesetzgeber in Deutschland, so tut er dies im Interesse von fast 100.000 Patienten, die jährlich am offenen Herzen operiert werden. Sie haben ein Recht auf staatlich geprüftes Personal. Diese Problematik und andere Fachthemen werden auf der 37. Internationalen Fortbildungs- und Arbeitstagung der DGfK vom 1.–3. Mai 2008 in Frankenthal/Pfalz diskutiert.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. vertritt die Interessen ihrer Mitglieder bei der Weiterentwicklung des Fachgebiets und der Aus- und Fortbildung. Sie pflegt Kontakte zu Herzchirurgen, Anästhesisten, anderen Disziplinen und wissenschaftlichen Gesellschaften. Die Kardiotechnik ist das Bindeglied zwischen komplexer Medizintechnik und den medizinischen Anforderungen der herzchirurgischen Patienten.