Pressemitteilung: Führende Herzmediziner und Politiker unterstützen Berufsanerkennung der Kardiotechniker

Anlässlich ihrer 34. Internationalen Fortbildungs- und Arbeitstagung vom 5.-7. Mai in Celle fordert die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e. V., den Beruf des Kardiotechnikers als Medizinalfachberuf anzuerkennen. „Jeder Patient, der unter dem Schutz der Herz-Lungen-Maschine am Herzen operiert wird, vertraut sein Leben nicht nur den Ärzten, sondern auch dem Kardiotechniker an“, erläutert Gerhard Lauterbach, der Präsident der Gesellschaft. Denn nur dieser sorgt während einer Herzoperation dafür, dass die anderen Organe mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden. Im vergangenen Jahr betraf dies immerhin mehr als 95.000 Bürger; doch nur die wenigsten wissen, dass es diesen Beruf überhaupt gibt. Auch Altbundespräsident Johannes Rau, im vergangenen Jahr selbst am Herzen operiert, „war bisher nicht bewusst, dass der Kardiotechniker nicht als Medizinalberuf anerkannt ist.“ Professor Reiner Körfer, Direktor des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen, Europas größtem Herzzentrum, verweist als Schirmherr der Tagung auf die zunehmende Zahl von Patienten mit chronischer Herzschwäche, deren Behandlung immer aufwändiger wird. Dazu kommen verstärkt mechanische Herzunterstützungssysteme, so genannte Kunstherzen, zum Einsatz, die auch wieder von Kardiotechnikern betreut werden. „Wir benötigen dringend eine politisch und behördlich geregelte bundesweite Anerkennung, um vor allem für unsere Patienten eine sichere Behandlung auf hohem Niveau gewährleisten zu können“, bekräftigt Körfer. Und Professor Hans H. Scheld, Direktor der Herzchirurgie im Universitätsklinikum Münster und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, ergänzt in einem Schreiben an die Gesundheitspolitiker im Deutschen Bundestag: „Eine klinikinterne Ausbildung, wie sie bisher noch weit verbreitet ist, ist schon aus Gründen der Rechtssicherheit und der Qualitätssicherung heute nicht mehr tragbar.“ Auch die Politik beginnt, sich dieser Meinung anzuschließen. So erklärt Dr. Hans Georg Faust (CDU), Arzt und Mitglied des Deutschen Bundestages, anlässlich der Kardiotechniker-Tagung: „Die Bundesländer sind in der Pflicht zu prüfen, ob und inwieweit diese nun eine Erforderlichkeit für eine länderspezifische Regelung zur Ausbildung zum Kardiotechniker sehen und haben dann entsprechend aktiv zu werden.“ Er hofft, dass die Länder dies bald tun und sichert der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. die aktive Unterstützung der Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu.

Holger Zorn, Mai 2005