Pressemitteilung: Brücken ins Leben

Kritisch Kranke wird man künftig mit neuen miniaturisierten Herz-Lungen-Maschinen sicher in spezialisierte Herzzentren verlegen können.

Übliche Herz-Lungen-Maschinen wiegen 200 Kilogramm und mehr. Kardiotechniker setzen sie in speziellen Herzzentren ein, damit Chirurgen am Herzen operieren können. Der Patient muss dazu natürlich erst einmal ein solches Herzzentrum, eine kardiochirurgische Klinik, erreichen. Das gelingt längst nicht jedem: In Deutschland sterben jährlich zirka 28.000 Menschen im Schock infolge kritisch verengter oder plötzlich verschlossener Herzkranzgefäße. Andere überleben nur mit schweren Organschäden. Besonders das Gehirn ist gefährdet. Denn Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung können nur kurzzeitig die lebenswichtige Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut sichern. Brücke ins Leben will hier eine neue Herz-Lungen-Maschine sein: die Lifebridge. Sie wiegt nur 18 Kilogramm und ist damit bestens für den mobilen Einsatz geeignet. Die experimentelle Erprobung ist bereits abgeschlossen, jetzt wurde das Gerät anlässlich der 35. Internationalen Fortbildungs- und Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik vom 25.-27. Mai im CongressForum Frankenthal vorgestellt. Die Notfalltaufe schon bestanden hat ein anderes System, dass Kardiotechniker und Ärzte der Universität Regensburg entwickelt und erstmals zur Luftrettung eingesetzt haben. Eine 50-jährige Patientin mit Hirnblutung konnte damit erfolgreich stabilisiert und aus einem kleineren Krankenhaus in die Universitätsklinik verlegt werden.

Holger Zorn, Mai 2006