Pressemitteilung: Auch das Herz hat im Alter weniger Reserven

Neue Herzstillstandstechnologie während Herzoperationen schützt diese Reserven besser

Eine steigende Lebenserwartung erhöht die Bedeutung von Krankheiten im höheren Lebensalter. Im Herz-Kreislauf-System nimmt die Elastizität der Gefäße ab, durch Veränderungen im Reizleitungssystem des Herzens entstehen vermehrt Herzrhythmusstörungen. Um das Herz der Patienten während Herzoperationen besser zu schützen haben Kardiotechniker aus den USA eine Herzstillstandstechnologie entwickelt, die diese Veränderungen berücksichtigt. Ermutigende wissenschaftliche Ergebnisse begleiten die aktuelle Einführung in deutschen Herzzentren.

In Deutschland werden jährlich fast 10000 Patienten am offenen Herzen operiert. Über 95 Prozent dieser Patienten, die dann durch einen künstlichen Blutkreislauf am Leben erhalten werden, benötigen während der Operation einen künstlich erzeugten Herzstillstand. Der Kardiotechniker des Operationsteam pumpt dabei Infusionslösungen, die z.B. das Alkalimetall Kalium enthalten, direkt in die Herzkranzgefäße. Kardiotechniker aus den USA entwickelten eine Pumpentechnologie, die den pulsierenden Blutstrom des Herz-Kreislauf-Systems nachahmt, und sich vor allen Dingen der Elastizität der Herzkranzgefäße anpasst. Beide Innovationen, die bisher nicht üblich waren, berücksichtigen damit in besonderer Weise die verminderten Reserven älterer Herzpatienten.
Die demografische Entwicklung in Deutschland fordert dies geradezu heraus: laut dem Statistischen Bundesamt standen im Jahr 1990 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter 36 ältere Menschen gegenüber. 2010 werden es 46 ältere Menschen sein.
Die Reserven des Herzmuskels zu schonen, und den Herzstillstand zu verbessern ist das Ziel der Einführung dieser neuen Technologie durch die Lamed AG, München. Anlässlich der 37. Internationalen Fortbildungs- und Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e.V., die vom 1.- 3. Mai im CongressForum Frankenthal stattfindet, wird die Technologie der Fachöffentlichkeit vorgestellt.
Das Schwerpunkthema dieser Tagung sind Grundlagen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Herzstillstandsverfahren während der Herzoperation, der Myokardprotektion. Spezialisten aus dem In- und Ausland, u.a. der Träger des renommierten Franz J. Köhler Preises der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie des Jahres 2007: Prof. Dr. med G. Szabo, Universitätsklinikum Heidelberg, diskutieren dieses anspruchsvolle Verfahren in Frankenthal.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. vertritt die Interessen ihrer Mitglieder bei der Weiterentwicklung des Fachgebiets und der Aus- und Fortbildung. Sie pflegt Kontakte zu Herzchirurgen, Anästhesisten, anderen Disziplinen und wissenschaftlichen Gesellschaften. Die Kardiotechnik ist das Bindeglied zwischen komplexer Medizintechnik und den medizinischen Anforderungen der herzchirurgischen Patienten.