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Use of plasma late on cardiopulmonary bypass in patients undergoing left ventricular assist device implantation

J. A. Nelson, J. C. Diaz Soto, M. A. Warner, J. M. Stulak, P. J. Schulte, T. J. Weister, et al.

Artificial Organs 2021;00:1-10;


Das intra- und postoperative Volumen- und Gerinnungsmanagement stellt während der Implantation eines Linksherz-Unterstützungssystems heutzutage immer noch eine große Herausforderung für alle an der Operation beteiligten Berufsgruppen dar.

Oftmals manifestiert sich nach der Implantation ein Rechtsherzversagen. Dies ist zumeist in der Gabe von Volumen in Form von verschiedenen Blutprodukten aufgrund einer verstärkten postoperativen Blutungsneigung begründet.

Um zu überprüfen, welchen Einfluss diese Volumengabe auf die Patienten hat, haben die Autoren dieser Studie alle Implantationen von Linksherzunterstützungssystemen bei Patienten untersucht, die im Zeitraum von 2006 bis 2017 in ihrer Klinik durchgeführt worden sind. Dabei haben sie die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Zum einen in die Gruppe von Patienten, die während der Implantation Plasmaderivate mit der extrakorporalen Zirkulation erhalten haben und bei denen während der Operation die Ultrafiltration zur Anwendung kam, und zum anderen in die Gruppe von Patienten, die keinerlei Plasmaprodukte erhalten haben und gemäß dem hausinternen Protokoll mit Blutprodukten behandelt wurden. Es wurden insgesamt 572 Patienten identifiziert, von denen insgesamt 396 in die Studie eingeschlossen wurden und entsprechend den beiden Gruppen zugeordnet wurden.

Es zeigten sich zwischen den beiden Gruppen keine wesentlichen Unterschiede. Es konnte nicht bewiesen werden, dass die Gabe von Plasmaprodukten an der Herz-Lungen-Maschine zu einer Reduktion des postoperativen Rechtsherzversagens oder zu einer verminderten postoperativen Blutungsneigung führt.

Die Autoren wiesen darauf hin, dass weitere Studien notwendig seien, um die Sicherheit und den Nutzen dieses Verfahrens zu beweisen.

Solange diese Studien jedoch noch nicht vorliegen, sollte aufgrund der fehlenden Vorteile, Plasma für die in der Studie untersuchten Zwecke nicht angewendet werden.

Marc Wollenschläger
Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim


Fibrinogen-Albumin-Ratio is an independent predictor of thromboembolic complications in patients undergoing VA-ECMO

S. Roth et al.

Scientific Reports 11, 16648 (2021); DOI: 10.1038/s41598-021-95689-x

Die veno-arterielle Extrakorporale Membran Oxygenierung (va-ECMO) wird bei Patienten mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen immer häufiger zur temporären Herz-Kreislauf-Unterstützung eingesetzt. Trotz kontinuierlicher Verbesserungen der Systemkomponenten und der Pumpentechnologie ist die va-ECMO-Therapie nach wie vor mit einer hohen Komplikationsrate verbunden. Die Inzidenz thromboembolischer Komplikationen wie Schlaganfälle, Kanülen-assoziierte tiefe Venenthrombosen oder arterielle Thromboembolien wird auf bis zu 40 % geschätzt. Ein Ansatz, diese Komplikationen zu verhindern, könnte darin bestehen, prognostische Biomarker für das Auftreten von thromboembolischen Ereignissen zu ermitteln.

Die Autoren untersuchten in der retrospektiven Studie 344 Patienten mit va-ECMO, die zwischen 2011 und 2018 therapiert wurden. 74 % der Patienten waren männlich, das mittlere Alter betrug 59 Jahre.

Primärer Endpunkt der Studie war das Auftreten einer thromboembolischen Komplikation während der va-ECMO-Therapie.

Insgesamt 117 Patienten (34 %) erlitten während ihres Krankenhausaufenthalts eine thromboembolische Komplikation. Am häufigsten waren arterielle thromboembolische Ereignisse (63 Patienten = 18,3 %) und Schlaganfälle (40 Patienten = 11,6 %). Die Gesamtmortalität im Krankenhaus betrug 58,1 %. Patienten mit thromboembolischen Komplikationen hatten zu Beginn der ECMO-Therapie einen hochsignifikant höheren Fibrinogen-Albumin-Quotienten (158 ± 96) als Patienten ohne Komplikationen (108 ± 62). Die multivariate logistische Regression ergab eine Odds-Ratio von 3,72 [95 % CI 2,26–6,14] für den Zusammenhang zwischen dem Fibrinogen-Albumin-Quotienten und dem Auftreten einer thromboembolischen Komplikation.

Der Fibrinogen-Albumin-Quotient ist bei Patienten mit einer va-ECMO unabhängig von anderen Parametern mit dem Auftreten einer thromboembolischen Komplikation assoziiert und kann somit zu deren Vorhersage in dieser Patientenkohorte beitragen.

Bei der Bewertung dieser Ergebnisse ist jedoch zu beachten, dass Patienten mit thromboembolischen Komplikationen signifikant länger mit einer va-ECMO versorgt waren (9,3 vs. 6,7 Tage). Leider wurde nicht untersucht, nach welcher Laufzeit der va-ECMO die Komplikationen aufgetreten sind. Bei weiteren Untersuchungen sollten auch das Auftreten von Thromben im ECMO-System und ein möglicher Zusammenhang zum Fibrinogen-Albumin-Quotienten untersucht werden.

Sven Maier
Freiburg

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