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KARDIOTECHNIK Ausgabe: 2021/4; 030(4):154–154
DOI: https://doi.org/10.47624/kt.030.154

Editorial KARDIOTECHNIK 2021/4

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen
50 Jahre Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik = 50 Jahre Fortschritt & Entwicklung und die Bildung eines neuen Berufsbildes.

1971 und damit ein Jahr vor meiner Geburt fand die Gründung des „Verbands der Kardiotechniker” statt. Seitdem wurde viel erreicht, oft mehr als man auf den ersten Blick sehen kann. Und wir dürfen und müssen den Gründungsvätern und den ersten Präsidenten unseres Verbandes sehr dankbar sein für das, was sie mit Weitsicht und Hartnäckigkeit erreicht haben: die Weiterentwicklung eines sehr speziellen und kleinen Aufgabengebiets in einem Beruf mit weitreichenden Kompetenzen und hoher Spezialisierung – ein Beruf, der die Medizin mit der Technik und den Menschen verbindet und vorbildlich dafür steht, wohin sich Gesundheitsfachberufe entwickeln können. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich unser Berufsverband in den letzten Jahren zu einer medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaft weiterentwickelt.

Ich bin sehr froh und stolz darauf, dass es mir erlaubt war, diese Entwicklung in den letzten zwölf Jahren aktiv mitzusteuern und ich danke Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, noch einmal ausdrücklich für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung! Zunächst als Vizepräsident und später als Präsident dieser wunderbaren Fachgesellschaft hatte ich die Gelegenheit, viele interessante Menschen kennenzulernen und spannende Projekte mitzugestalten. Ich möchte mich bei meinen Kollegen des Vorstands für die außerordentlich gute Unterstützung in den letzten Jahren bedanken! Weiterhin wünsche ich denen, die zukünftig die Geschicke der DGfK leiten werden, ein gutes Händchen bei ihren Entscheidungen und viel Glück bei den Dingen, die auf sie zukommen werden.

Wir sind wichtige Schritte in Richtung eines anerkannten Berufs gegangen und haben es geschafft, die beteiligten Akteure hinter einer Strategie zu vereinen. Wenn wir jetzt den Kurs halten und weiter an unseren Zielen arbeiten, nämlich eine bestmögliche Gesundheitsversorgung unserer Patienten durch akademisch ausgebildetes Personal und einen weiteren Ausbau der wissenschaftlichen Prägung des Berufs zu garantieren, wird es uns möglich sein, die faktische Anerkennung unseres Berufs in den nächsten Jahren zu vertiefen.

Zwei Zitate fassen für mich das Spannungsfeld aus Qualifikation und wissenschaftlicher Kompetenz gut zusammen. Johann Wolfgang Goethe vermerkte in seinen „zahmen“ Sprüchen (Zahme Xenien IV) trefflich:

„Kein Mensch will etwas werden, ein jeder will schon etwas sein“

und Karl Popper, der österreichisch-britische Philosoph, erneuerte den Blick auf die Wissenschaft mit:

„Die Wissenschaft ist eine Geschichte der korrigierten Fehler“.

Ich sehe im heutigen und auch zukünftigen Perfusionisten einen hoch ausgebildeten selbstkritischen und selbstreflektierten Praktiker und Wissenschaftler, welcher sein Können auf Basis von bester Lehre und besten wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Wohle der ihm anvertrauten Patienten anwendet.

Die Artikel dieser Ausgabe der KARDIOTECHNIK spiegeln diese Entwicklung exemplarisch bestens wider, die Autoren sind Perfusionisten und Wissenschaftler und sie arbeiten mit strukturierten Methoden daran, die Praxis der klinischen Perfusion zu verbessern.

Im Artikel von Kwapil et al. zeigen die Autoren in einer prospektiv randomisierten Studie, wie das moderne Verfahren der DO2-gesteuerten Perfusion das Outcome von Patienten positiv beeinflussen kann. N. Sturm publiziert die Ergebnisse seiner Bachelorarbeit. Die von der Arbeitsgruppe durchgeführten In-vitro-Experimente werden in den Kontext einer strukturierten Literaturrecherche gesetzt. Der bemerkenswerte historische Artikel von Heinz-Hermann Weitkemper zum Thema evidenzbasierte Medizin in der Perfusionstechnik, welcher vor 14 Jahren veröffentlicht wurde, erläutert beweisbasierte Medizin und Wissenschaft in der Perfusion. Heutzutage ist evidenzbasierte Medizin die Grundvoraussetzung für die Anwendung der allermeisten Therapien in der Medizin. Zurecht fordert Dr. F. Merkle in seinem Kommentar zu Weitkempers Artikel bindende Empfehlungen zur Anwendung der Perfusion in Deutschland.

Die DGfK hat die Aufnahme in die AWMF (Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften) beantragt und möchte somit zukünftig selbst federführend an solchen Leitlinien mitarbeiten. Dafür wird Evidenz benötigt, welche wiederum auf Beweisen und somit auf klinischer Forschung gründet. Unterstützen Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik aktiv, indem Sie weiter forschen, präsentieren und publizieren, denn nur durch Ihre wertvolle Arbeit wird dieser immer noch neue und zarte Zweig der Wissenschaft weiterwachsen und blühen können.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und spannende Erkenntnisse beim Lesen dieser Ausgabe der KARDIOTECHNIK und verbleibe mit kollegialen Grüßen

Ihr

Dr. Adrian Bauer

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik

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