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KARDIOTECHNIK Ausgabe: 4-2022
DOI: https://doi.org/10.47624/kt.031.IBGY5212

Editorial KARDIOTECHNIK 03-2022

 

der Physiker, Sinnesphysiologe, Wissenschaftstheoretiker und Philosoph Ernst Mach schrieb einst: „Erhebliche Fortschritte sind nur zu erzielen […] durch Zusammenwirkung der sozialen Vereinigung der Menschen, durch gegenseitige Mitteilung, durch Sprache und Schrift.“ [1] 

Diesen Grundsatz hat sich die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. seit ihrer Gründung stets unwillkürlich zu eigen gemacht. Sie bringt ihn zum Ausdruck durch die jährlich stattfindende Jahrestagung, auf der der wissenschaftliche Austausch oberste Priorität hat. Selbst während der Covid-19-Pandemie ist es gelungen, die Veranstaltung durchzuführen und neue Konzepte zu entwickeln. So findet auch in diesem Jahr, parallel zum Erscheinen dieser Ausgabe der Zeitschrift KARDIOTECHNIK, die 51. Jahrestagung unter dem Motto: „Team Perfusion 2022 – stay connected“ statt. Es besteht die Möglichkeit, in Präsenz in Münster sowie virtuell (online) teilzunehmen. Die soziale Vereinigung im interdisziplinären Team wurde hier als Thema der Veranstaltung ausgewählt. 

In schriftlicher Form fördert die DGfK den wissenschaftlichen Fortschritt unter anderem durch die Zeitschrift KARDIOTECHNIK, die seit 1975 erscheint. In dieser vierten Ausgabe des Jahres 2022 erhalten wir in einer umfangreichen Übersichtsarbeit einen Überblick über aktuelle Techniken und Empfehlungen zur Extraktion von Herzschrittmacher- und Defibrillatorsonden. Neben der herkömmlichen Extraktion mittels Sternotomie und Eröffnung des rechten Vorhofs im totalen Bypass haben sich in den letzten Jahren weniger invasive Verfahren, wie beispielsweise die Extraktion mittels Laser oder Fräse, etabliert. Das Aufgabengebiet der Perfusionist:innen hat sich somit erweitert um das Notfallmanagement bei Komplikationen während der Sondenextraktion. Dies geschieht unter anderem durch den Einsatz von Blutaufbereitungsverfahren oder durch die verschiedenen Möglichkeiten der extrakorporalen Zirkulation zur Stabilisierung des Kreislaufs bei einem Verlauf mit Komplikationen. Insbesondere bei einem Notfall ist Zeitmanagement essenziell. Nur durch klare Absprachen im interdisziplinären Team und die Festlegung von SOPs (Standard Operating Procedures) kann die Sicherheit der Patient:innen gewährleistet werden. 

Diese klinikinternen Standards sind eine wichtige Säule unseres täglichen Arbeitens und tragen zur Verbesserung der Qualität in der Medizin bei. Grundlage für diese klinikinternen Standards sind unter anderem Leitlinien. In Deutschland ist die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) federführend in der Koordination der medizinischen Leitlinien. In den letzten Jahren hat die DGfK an mehreren Leitlinienprojekten teilgenommen und im vergangenen Jahr die Aufnahme in die AWMF beantragt. Eine Zugangsvoraussetzung für die Aufnahme stellt eine mehrheitlich akademische Qualifikation und wissenschaftliche Tätigkeit der Mitglieder dar. Daher wurde im Zuge der Antragstellung eine Umfrage unter den Mitgliedern der DGfK durchgeführt, um den Grad der Akademisierung zu ermitteln. Es konnte festgestellt werden, dass die Akademisierung des Berufs, nicht zuletzt aufgrund der Empfehlungen über das Konsensuspapier, deutlich zugenommen hat. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass eine Vielzahl von wissenschaftlichen Arbeiten in Form von Studienarbeiten, Bachelor- und Masterthesen in den letzten Jahren im Bereich der klinischen Perfusion abgeschlossen werden konnten. Wie immens wichtig diese wissenschaftliche Arbeit ist, erfahren alle Beteiligten bei der Erstellung und Überarbeitung der Leitlinien. Hier zeigt sich leider nur zu oft, dass es an wissenschaftlicher Evidenz in unserem Fachbereich fehlt. Selbst grundlegende Vorgänge während der extrakorporalen Zirkulation können häufig nur aufgrund von klinischer Erfahrung oder einzelnen Fallberichten bewertet werden. 

Einer ganz essenziellen Fragestellung aus unserem Fachgebiet sind die Kollegen der FH Münster auf den Grund gegangen. Sie stellen in dieser Ausgabe der Zeitschrift KARDIOTECHNIK ihre Ergebnisse der rasterelektronenmikroskopischen Untersuchung zum Verschleiß des Membranmaterials von Oxygenatoren im Langzeiteinsatz vor. Gerade wegen der Häufigkeit des Einsatzes dieses Medizinproduktes und der Invasivität des Verfahrens ist dies eine wichtige Fragestellung, die hier mit modernsten Techniken aufgeklärt wird. Aber erst durch die Publikation, die „gegenseitige Mitteilung, durch Sprache und Schrift“ wird diese Wissenschaft für uns alle greifbar. 

Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, auch im kommenden Jahr erhalten wir Einblicke in Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse durch die Präsentation Ihrer Ergebnisse auf der Jahrestagung der DGfK, bzw. als Publikation in der Zeitschrift KARDIOTECHNIK. Lassen Sie, liebe Studentinnen und Studenten, liebe Absolventinnen und Absolventen, uns teilhaben an Ihren Erkenntnissen und tragen Sie zum Fortschritt bei! 

Und nun wünsche ich Ihnen allen viel Vergnügen beim Lesen dieser Ausgabe. 

Sebastian Schmidt 

Leitlinienkoordinator der DGfK, Kerckhoff-Klinik GmbH, Bad Nauheim 

[1] Ernst Mach, Erkenntnis und Irrtum – Skizzen zur Psychologie der Forschung 
ISBN-13: 9783743710719 

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