9. Dokumentation und Qualitätssicherung

Die Verpflichtung zur Qualitätssicherung in herzchirurgischen Kliniken leitet sich aus § 135 a des Sozialgesetzbuchs V ab. Danach sind Krankenhäuser verpflichtet, „einrichtungsintern ein Qualitätsmanagement einzuführen und weiterzuentwickeln“. Die Möglichkeiten der elektronischen Informationserfassung und -verarbeitung liefern heute, auch im Klinikalltag, eine ungeheuere Flut an Datenmaterial. Zur Sicherung von Qualitätsstandards, der Fehlersuche und damit der Patientensicherheit, für statistische Auswertungen und letztendlich auch für routinemäßige Recherchen ist dies mittlerweile ein unverzichtbares Hilfsmittel. Dieses Datenmaterial muss aber auch in einheitlicher Form zusammengeführt, gepflegt und wieder abrufbar gesichert werden. In diese Prozesse ist die Kardiotechnik stark involviert, da in ihrem Arbeitsbereich viele der eingesetzten Geräte über sekundengenaue Datenspeicherung verfügen und viele der während der extrakorporalen Zirkulation gewonnenen Daten in die Qualitätssicherung einfließen. Mit dem für ihren Tätigkeitsbereich notwendigen technischen Verständnis erscheinen Kardiotechniker prädestiniert, die hier anfallenden Aufgaben zu übernehmen. Unabhängig davon, ob sie in ein klinikumfassendes Qualitätsmanagementsystem integriert sind, müssen von den Kardiotechnikern zumindest abteilungsinterne Qualitätsmaßstäbe und -indikatoren erarbeitet, regelmäßig kontrolliert und ggf. aktualisiert werden. Die hiermit verbundenen wesentlichen Tätigkeiten, die selbstverständlich für jeden in dieser Abhandlung aufgeführten Einsatzbereiche vollzogen werden, umfassen dabei:

  • Kenntnisse über datenschutzrechtliche und juristische Aspekte der Dokumentation
  • Festlegung der relevanten Parameter für die Datenerfassung
  • Protokollierung des gesamten Einsatzverlaufs, mit handschriftlicher bzw. elektronischer Ereignis- und Datenerfassung aus allen verwendeten Geräten

Bei handschriftlicher Dokumentation:

  • Entwurf von geeigneten Protokollen zur Datenerfassung
  • Wahl einer geeigneten Archivierungsmethode der Protokolle

Bei EDV-gestützter Dokumentation:

  • Gründliche Kenntnisse über die verwendete Software und Hardware
  • Einbindung externer Geräte in die HLM-spezifische Software, Anpassung der Software auf zeitlicher und Datenformatebene
  • Regelmäßige Kontrolle der Funktionsfähigkeit der kontinuierlichen elektronischen Datenaufzeichnung
  • Entwicklung und Überarbeitung klinikeigener Datenausdrucke
  • Regelmäßiges Anlegen von Sicherungskopien der erfassten Daten auf geeigneten Datenträgern
  • Auswertung der Daten zur regelmäßigen Qualitätskontrolle innerhalb des Tätigkeitsbereichs Kardiotechnik
  • Anlegen und selbständiges Führen von bereichsspezifischen Datenbanken
  • Zusammenarbeit mit der Industrie bei der Software- und Hardwareoptimierung
  • Flexible Auswertung der vorhandenen Daten nach Anfragen von anderen Abteilungen (Chefarzt, Doktoranden, Diplomanden, Verwaltung, wissenschaftliche Fragestellungen)
  • Grundkenntnisse über statistische Verfahren in der Medizin
  • Auswahl der geeigneten statistischen Verfahren und Durchführung mathematischer Berechnungen
  • Beurteilung der Plausibilität der Ergebnisse
  • Mitarbeit an der Datenerfassung gemäß den Anforderungen an die Qualitätssicherung in herzchirurgischen Kliniken nach § 137, SGB V