5. Minimalinvasive Herzchirurgie

In den letzten Jahren fanden verstärkt verschiedene minimalinvasive Operationsverfahren Einzug in die Herzchirurgie. Die klinischen Perfusionisten/innen müssen sich mit diesem Aufgabengebiet auseinandersetzen und sich den neuen Herausforderungen stellen. Aus der Sicht des/der klinischen Perfusionisten/in kann man folgende Verfahren unterscheiden:

  • Koronarchirurgie ohne EKZ
  • Koronarchirurgie am schlagenden Herzen mit EKZ
  • Koronarchirurgie mit Rechts-/Linksherzunterstützung
  • Koronar- und Klappenchirurgie mit minimaler Konfiguration der HLM
  • Minimalinvasive Herzchirurgie mit femoro-femoraler EKZ
  • Perkutane Aortenklappenimplantation mit/ohne EKZ
  • Transapikale Aortenklappenimplantation mit/ohne EKZ

Das Tätigkeitsspektrum des/der klinischen Perfusionisten/in im Rahmen der minimalinvasiven Herzchirurgie ist unterschiedlich. Minimalinvasive Herzchirurgie bedeutet nicht unbedingt den vollständigen Verzicht auf die Herz-Lungen-Maschine, wie er vorwiegend bei der minimalinvasiven Koronarchirurgie praktiziert wird, sondern auch die Anwendung modifizierter Herz-Lungen-Maschinensysteme (z.B. femoro-femorale Perfusion, minimale extrakorporale Zirkulation) und neuer Kreislaufunterstützungsverfahren für die temporäre Rechtsherz- und Linksherzunterstützung. Die Aufgaben des/der klinischen Perfusionisten/in umfassen:

  • Vorbesprechung der Operation mit dem Chirurgen
  • Organisation einer HLM-Bereitschaft mit entsprechender Vorbereitung einer Notfall- HLM gemäß klinikinterner Richtlinien
  • Entwicklung und Anwendung geeigneter HLM-Systeme für die minimalinvasive Herzchirurgie
  • Inbetriebnahme und kontinuierliche patientenadaptierte Regelung von Geräten zur Rechtsherz- und Linksherzunterstützung
  • Bereitstellung und Anwendung zusätzlicher Geräte (CO2-Blower, Blutflussmessung, Cell-Saver etc.)