1. Extrakorporale Zirkulation

Organisation und Planung der EKZ

  • Vorbesprechung der Operation mit dem Chirurgen und dem Anästhesisten
  • Aufnahme der relevanten Patientendaten
  • Entscheidung über Wahl des EKZ-Systems in Abhängigkeit vom Patientenstatus, u. a.:
    • Oxygenatortyp
    • Perfusionskanülen (in Absprache mit dem Chirurgen)
    • Perfusionsart (pulsatil/nonpulsatil)
    • Schlauchsystem (offen, geschlossen)
    • Perfusionspumpe (Zentrifugal-/Rollerpumpe)
    • Kardioplegieverfahren
    • Online-BGA-Gerät
    • HLM-Füllung (Zusammenstellung verschiedener Grundmedikamente)
    • Blutaufbereitungsverfahren (Hämofilter, Cell-Saver)
  • Berechnung von Perfusionsparametern (Körperoberfläche, Pumpenminutenvolumen, Hämodilution, Elektrolyt- und Proteinverschiebungen, Abkühlraten, max. Kreislaufstillstandszeiten etc.)

Vorbereitung der EKZ

  • Steriler Aufbau des EKZ-Systems
  • Vorfüllen und Entlüften des Systems
  • Durchführung der System- und Funktionskontrollen der gesamten EKZ-Einheit nach einer standardisierten Checkliste
  • Bereitstellung von sterilen Kanülen und Kathetern in Abhängigkeit von der durchgeführten Operation (Aortenkanülen, arterielle und venöse Femoralkanülen, Vena- cava-Katheter, Vorhofkanülen, Sinus-coronarius-Katheter, Linksherz-Vent, u. a.)
  • Kardioplegiebereitstellung zur Myokardprotektion
    • Herstellung klinikspezifischer Blutkardioplegielösungen aus
    • unterschiedlichen Grundmedikamenten
    • Bereitstellung kristalloider Kardioplegielösungen
    • Einbau eines Kardioplegiesystems in das EKZ-System zur
    • volumen-, druck- und temperaturkontrollierten
    • Gabe der Kardioplegie mittels Pumpe oder
    • Schwerkraft in antegrader und/oder retrograder Flussrichtung
  • Auswahl und Bereitstellung von Blutaufbereitungssystemen (siehe auch Bereich 3)

Eigenständige Perfusionsführung

Übernahme und Aufrechterhaltung der kompletten Kreislauffunktionen durch die HLM:

  • Herz-/Lungenfunktion
  • Regelung des Blutflusses und des arteriellen Blutdrucks sowie der Oxygenierung und Kohlendioxidelimination
  • Regelung des Wasser- und Elektrolythaushalts des Bluts durch kontrollierten Volumenersatz bzw. Medikamentengabe und/oder Hämofiltration Regelung des Säure-Basenhaushalts durch gezielte Gasflusseinstellungen am Oxygenator und Medikamentensubstitution
  • Kontrolle des extrakorporalen Blutvolumens und bedarfsgerechte Änderung der Blutzusammensetzung (u. a. durch Fremdblut- oder Eigenbluttransfusionen)

Überwachnung der EKZ und adäquate Reaktion auf Veränderungen der Parameter:

  • Druck (Patientenblutdrücke, Systemdrücke der EKZ)
  • Blutfluss (arteriell und venös)
  • Blutoxygenierung und CO2-Elimination
  • Blutlevelkontrolle im venösen Kardiotomiereservoir
  • Mikroblasendetektion
  • Linksherz-Vent-Steuerung
  • Saugungsregelung mit verschiedenen Systemen
  • Blutchemie
  • Temperaturregulation – Regelung der Bluttemperatur und Kardioplegietemperatur und damit der Körperkern- und Myokardtemperatur
  • Medikamentengabe in das EKZ-System (ggf. Verabreichung von Inhalationsanästhetika über das EKZ-System)
  • Hämofiltration (siehe auch Bereich 3)
  • Cell-Saver (siehe auch Bereich 3)

Nachbereitung der EKZ:

  • Erstellung der Volumenbilanz
  • Aufbereitung des HLM-Restbluts und Bereitstellung zur Retransfusion
  • Vervollständigung der intraoperativen Dokumentation
  • Materialaufbereitung und -entsorgung
  • Reinigung und Oberflächendesinfektion der HLM