Mitteilungen der Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.

Mitteilungen der DGfK


Bericht der Arbeitsgruppe Kinder- und Säuglingsperfusion

Seit nunmehr 3 Jahren trifft sich die Arbeitsgruppe (AG) Kinder und Säuglingsperfusion regelmäßig mehrmals im Jahr zu Anlässen wie der Jahrestagung der DGfK, den Kongressen der Herzchirurgen sowie Mitglieds der Arbeitsgruppe. Auf diesen Treffen werden Ziele der AG definiert, es wird aber auch konstruktiv und vor allem sehr kollegial auf einem hohen Level über Kinderperfusion diskutiert. Zu den wichtigsten Erkenntnissen und Schwierigkeiten gehört es, dass die Vorstellungen von Kinderperfusion allgemein weit auseinanderdriften. Allerdings sehen wir auch, dass wir noch nie so nahe zusammen waren wie heute. Wir versuchen gemeinsame Wege zu erarbeiten, die die Perfusion unserer kleinen Patienten verbessern. Dies kann nur geschehen, wenn wir alle auf die gleichen Informationen zugreifen können und nicht jeder Kardiotechniker die Perfusion neu erfinden muss.
21 Kliniken in Deutschland führen Kinderperfusionen durch. So konnten wir eine „Landkarte Kinderkardiotechnik“ erstellen. Ca. 16 % aller Kardiotechniker in Deutschland arbeiten in der Kinderperfusion. Um die Qualität der Kinderperfusion auf einen hohen Stand zu bringen, empfehlen wir, mindestens 40 Perfusionen p.a. im Bereich der Kinderherzchirurgie durchzuführen. Um auf Augenhöhe mit den angrenzenden Disziplinen arbeiten zu können, ist nach unserer Ansicht eine Spezialisierung nötig. Diese Spezialisierung, die sich bei den Chirurgen schon länger durchgesetzt hat, wird die individuelle Qualität der Kardiotechnik verbessern und unseren Berufsstand gegenüber den anderen Fachdisziplinen voranbringen.
Das entwickelte ECCP-Zertifikat in der Ausbildung Kinderkardiotechnik basiert auf den Vorgaben des EBCP in Abstimmung mit unserem DGfK-Präsidenten und EBCP-Beauftragten. Weitere bzw. spezielle Themen der Arbeitsgruppe:

– Im Bereich des Fremdblutmanagements konnten wir auf Grundlage umfangreicher Literaturrecherchen eine Empfehlung erarbeiten: Eine Triggerschwelle zur EK-Gabe während der Perfusion sowohl bei bi- wie auch bei univentrikulären Herzfehlern liegt bei einem Hämoglobingehalt (Hb) von 8 g/dl bzw. einem Hämatokrit (HTK) von 26 %. Beim Abgang von der EKZ wird jedoch bei univentrikulären Herzfehlern ein Hb von 12–14 g/dl bzw. einem HTK 40 % empfohlen.

– Sollten Erythrozyten-Konzentrate (EK) vor ihrer Verwendung gewaschen werden? Hier stellt sich die Frage, wie alt ein EK maximal sein darf, um sie bei Säuglingen direkt verwenden zu können. Einigkeit besteht bisher darin, je frischer das EK desto besser ist die Qualität. – Bei den Set-Konfigurationen gibt es eine weite Spanne, sowohl was die eingesetzten Komponenten für die verschiedenen Gewichtsbereiche angeht, als auch welche Schlauchdurchmesser zu verwenden sind. Hier arbeiten wir an einer Empfehlung, welche Schlauchdiameter für welche Flussbereiche möglich sind. Diese Auflistung soll auch eine Kanülenliste enthalten, die die sich aktuell auf dem Markt befindenden Kanülen mit berücksichtigt. – Priming-Zusammensetzungen sind in der Kinderherzchirurgie aufgrund des Ungleichverhältnisses zwischen EKZ- und Patientenblut speziell zu betrachten. Viele Kliniken arbeiten mit einem „Cocktail“ aus EK, FFP, Humanalbumin usw., um ein Vollblutpriming zu simulieren und möglichst physiologisch zu sein. Was ist das „beste“ Priming? Mit einer ausgedehnten Literaturrecherche und Leitlinienempfehlungen wollen wir in diesem Bereich für mehr Klarheit sorgen.

– Für die Kardioplegie bei Kinderherzen in Deutschland wird überwiegend kristalloide Kardioplegie nach Bretschneider oder St. Thomas verwendet. Nachgaben richten sich sehr individuell nach dem Chirurgen. Blutkardioplegie in verschiedenen Formen findet zunehmend Einzug in die Kinderherzchirurgie.

Bei Fragen zur Kinderkardiotechnik oder wenn Sie sich vorstellen können, in unserer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, bitte einfach an uns wenden: Berthold Klein, Christian Klüß, Dragan Stanojevic, Frank Münch, Gerhard Stockinger, Jörg Optenhöfel, Johannes Meuser, Jana Stroschke-Primentel, Klaus Krämer, Rainer Block, Rolf Klemm, Regina Schumacher, Sebastian Tiedge, Sebastian Walter, Wolfgang Böttcher.

Frank Münch, Sprecher Arbeitsgruppe Kinderperfusion der DGfK, KARDIOTECHNIK September 2016


Upgrade-Kurs

Nach erfolgreichen 5 Jahren Bestehen des Kursangebotes ist dieser mit dem erfolgreichen Abschluss der schriftlichen EBCPPrüfung 2015 aller insgesamt 59 Teilnehmer nun im Auslaufen begriffen. Lediglich eine kleine Anzahl an Teilnehmern befindet sich noch im Prozess der Erstellung der Belegarbeit bzw. hat diese bereits zur Begutachtung durch externe Prüfer eingereicht. Bei 9 teilnehmenden Kollegen fehlt zudem noch die Absolvierung der praktischen und/oder der mündlichen Prüfung (Stand 1.6.16). Fazit: Mit dem Auslaufen des Upgrade- Kurses endete somit die vorerst letzte Möglichkeit des Erwerbs des „European Certificate for Cardiovascular Perfusion“ (ECCP) für bereits in der klinischen Praxis tätige Kollegen/innen. Für die Zukunft bedeutet dies, dass der Erwerb des für die klinische Arbeit in Europa ständig an Bedeutung gewinnenden ECCP zukünftig nur über die erfolgreiche Teilnahme an einem durch das EBCP akkreditierten Studienprogrammes erfolgen kann. Für Deutschland gibt es derzeit 2 Ausbildungsstätten, die Akademie für Kardiotechnik Berlin (AfK) und die Hochschule Furtwangen (HFU). Innerhalb des Vorstandes der DGfK wird in enger Kooperation mit den beiden etablierten Ausbildungsstätten und weiteren potenziellen Anbietern für etwaige akademische Module/ Kurse intensiv an einer zukünftigen Möglichkeit gearbeitet, interessierten Kollegen/ Kolleginnen mit z. B. Hochschulabschluss an einer (noch) nicht vom EBCP akkreditierten Einrichtung, den Erwerb des ECCP über ein noch festzulegendes Programm zu ermöglichen.

Jan Schaarschmidt, Nationaler Delegierter des EBCP für Deutschland, KARDIOTECHNIK September 2016


Archiv Kardiotechnik

Archiv Kardiotechnik 2014 wurde anlässlich eines Treffens des Vorstandes mit noch aktiven Gründungsmitgliedern der DGfK in Düsseldorf von diesen angeregt, zusätzlich zu der 2012 erschienenen Chronik der DGfK ein Archiv Kardiotechnik aufzubauen. Noch erhaltene Dokumente aus den Jahren 1960–1995 sollen darüber für die medizinisch-historische Bewertung archiviert und bewahrt werden. Ein Entwurf wurde dem Vorstand 2014 zugestellt. 2015 stimmte der Vorstand der Einrichtung eines Archivs Kardiotechnik zu. Auf der Mitgliederversammlung 2015 in Weimar wurde das Projekt auch den Mitgliedern vorgestellt. F. Merkle hat inzwischen in der AfK Berlin für das Archiv Raum, Mobiliar und bei Bedarf auch sein Sekretariat stundenweise zur Verfügung gestellt. Gemeinsam haben F. Merkle und ich aktuell damit begonnen, die Exponate zu katalogisieren und einzuräumen. Heute möchten wir an alle Pioniere aus den frühen Herzzentren appellieren, dem Archiv weitere Exponate aus der Zeit von 1960–1995 z. B. Dokumente, Abbildungen, Dias etc. „wie alles begann“ zur Bereicherung des Archivs zur Verfügung zu stellen (bitte senden an: merkle@dhzb.de, p.boettger2@freenet.de).

Peter F. Böttger Gründungs- u. Ehrenmitglied; Chronist der DGfK, KARDIOTECHNIK Mai 2016



Vorstandsneuwahlen bei der DGfK

Auf der letzten Mitgliederversammlung am Samstag, dem 21. November 2015 in Weimar wurde anlässlich der 44. Internationalen Jahrestagung der DGfK der Vorstand satzungsgemäß neu gewählt. Laut aktueller Satzungsänderung konnte der Vorstand um 2 weitere Beisitzer erweitert werden. An dieser Stelle möchte ich mich als neu gewählter Präsident der DGfK nochmals bei Prof. Dr. Christoph Benk für sein Engagement und sein Vertrauen gegenüber uns Vorstandsmitgliedern bedanken.



Neu gewählter Vorstand von links: Gernot Hipp (Schriftführer), Sebastian Schmidt
(Schatzmeister), Wolf-Ingo Wiese (Beisitzer), Adrian Bauer (Präsident),
Prof. Dr. Christoph Benk (Vizepräsident), Frank Born und Jörg Optenhöfel (Beisitzer)


Projekte, wie die Zusammenführung unserer Jahrestagung mit der Fokustagung der DGTHG und der DIVI, die Veröffentlichung der Chronik, die Umsetzung des Kardiotechnik- Films und die Festlegung auf eine einheitliche Strategie zur Berufsanerkennung sind nur einige Beispiele für seine gelungene Arbeit als Präsident. Dass Du, lieber Christoph, als erster klinisch tätiger Kardiotechniker in Deutschland eine Professur an einer Hochschule angenommen hast, zeigt zudem die vielfältigen Möglichkeiten, welche sich heute in unserem Beruf bieten. Ich hoffe sehr, dass auch dieser Schritt Motivation für viele Kolleginnen und Kollegen sein kann und wird. Die Definition, Anerkennung und Abgrenzung unseres Tätigkeitsfeldes wird auch mit meiner Präsidentschaft weiterhin oberste Priorität auf der Agenda des Vorstands haben. In der Zusammenarbeit mit anderen Fachverbänden am gemeinsamen Konsensuspapier sind wir auf einem guten Weg. Die zunehmende Akademisierung der in unserem Berufsfeld Tätigen und Mitglieder unserer Fachgesellschaft wird ebenfalls eine zentrale Bedeutung auf dem weiteren Weg zur Eigenständigkeit unseres Berufes zuteil. Durch das Bestreben um eine Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) versucht der Vorstand, das wissenschaftliche Fundament der Gesellschaft weiter zu untermauern und die zukünftige Erstellung von Empfehlungen und Leitlinien noch besser zu strukturieren. Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen, haben den gesamten Vorstand in seiner bestehenden Konstellation bestätigt und einer Erweiterung zugestimmt. Somit ist das Gremium nun noch breiter aufgestellt und gestärkt, und ich bin der festen Überzeugung, dass wir somit gut für die in der Zukunft liegenden Herausforderungen gerüstet sind. Herzlichst, Ihr Adrian Bauer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik ECCP, MCT & Doktorand (Aarhus University, DK) Leitender Klinischer Perfusionist Kardiotechnik MediClin Herzzentrum Coswig

Adrian Bauer, Präsident DGfK, KARDIOTECHNIK Februar 2016


Akademischer Beirat

Akademischer Beirat Nach einem Beschluss des Vorstands der DGfK aus dem Jahr 2010 wird das European Certificate in Cardiovascular Perfusion (ECCP) als gemeinsames Abschlussniveau für klinisch tätige Kardiotechniker durch die DGfK empfohlen. Da aber nicht alle Kollegen im Laufe ihrer beruflichen Entwicklung dieses Zertifikat erworben haben, entstand die Notwendigkeit einer Nachqualifizierung. Somit wurde im Jahr 2010 ein Nachqualifizierungskurs beim European Board of Cardiovascular Perfusion (EBCP) beantragt und im Kopenhagener Beschluss vom Frühjahr 2010 durch das EBCP genehmigt. Diese einmalige und auf klinisch bereits tätige Kardiotechniker beschränkte .Maßnahme begann im Jahr 2011 und findet nun ihren Abschluss. Es sei an dieser Stelle noch einmal allen Beteiligten für ihren Einsatz und ihr Engagement gedankt: Allen voran den Kollegen, die sich der Herausforderung des Kurses gestellt haben. Und natürlich allen aktiven Partnern, den Hochschulen und Schulen und ihren Referenten, der Hochschule Furtwangen, dem Steinbeis Transfer Institute an der AfK Berlin und dem Perfusion College der Firma Medtronic in Kerkrade sowie allen fleißigen Helfern im Hintergrund, den nationalen Delegierten zum EBCP sowie dem gesamten Akademischen Beirat der DGfK. Von ca. 100 möglichen Kandidaten für den Kurs haben sich innerhalb der 5 Jahre insgesamt 63 zum Kurs angemeldet. Von diesen haben bereits 57 Kollegen das schriftliche Examen absolviert. Im Jahr 2015 haben alle Prüfungskandidaten das Examen bestanden – herzlichen Glückwunsch dazu! Einige Kollegen müssen noch Belegarbeiten abgeben oder praktische/ mündliche Examina absolvieren, der Kurs wird aber 2016 komplett beendet werden können. Im gleichen Zeitraum ist die Liste der zertifizierten Kollegen in Deutschland von 416 auf 535 angestiegen. Man kann davon ausgehen, dass mehr als 95 % aller Kollegen zertifiziert sein werden, was einem Spitzenwert in Europa entspricht. Somit hat die DGfK nun auch die Handhabe, weiter in dieser Strategie zu verfahren und die Berufsanerkennung auf Basis des Erreichten fortzuführen. Ein Konsensuspapier zwischen den Fachgesellschaften DGfK, der DGTHG, DIVI und DGPK ist kurz vor der Verabschiedung und wird den Grundstein für weitere Verhandlungen mit staatlichen Stellen bilden. Herr Johannes Gehron wird die Leitung des akademischen Beirats übernehmen und den Weg der Berufsanerkennung weiter fortführen.

Adrian Bauer, Präsident DGfK, KARDIOTECHNIK Februar 2016


Vorankündigung: 45. Internationale Jahrestagung und 8. Fokustagung Herz

Die nächste internationale Jahrestagung der DGfK und gemeinsame Fokustagung Herz der DGTHG und DGfK im Herbst 2016 wird wie im vergangenen Jahr in Weimar stattfinden. Geplanter Termin ist vom 11. bis 13. November 2016. Der Ort bleibt auch wie in 2015: Congress Centrum Neue Weimarhalle UNESCO-Platz 1 99423 Weimar. Die Tagungspräsidenten stehen bereits fest. Markus Rudloff aus Bad Oeynhausen wird für die DGfK und Dr. Thomas Kuntze aus Bad Berka für die DGTHG als Tagungspräsident durch die Tagung führen. Weitere Informationen...

Adrian Bauer, Präsident DGfK, KARDIOTECHNIK Februar 2016


Gründung „Junges Forum der DGfK“

Im Rahmen der diesjährigen 44. Internationalen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e. V. und der 7. Fokustagung Herz in Weimar kam es zur Vorstellung des jungen Forums der DGfK. Die Idee des Jungen Forums der DGfK entstand Anfang 2015 und wurde durch die Zusammenarbeit mit dem Vorstand der DGfK realisiert. Das Junge Forum hat sich zur Aufgabe gemacht, alle Studenten und Auszubildenden der Fachrichtung Kardiotechnik sowie die Berufsanfänger zu unterstützen. Zu unseren Grundgedanken zählt das Zusammenführen aller Studenten und Auszubildenden der Fachrichtung Kardiotechnik. Wir möchten in diesem Rahmen mit den Studenten an den Hochschulen und der Akademie zusammenarbeiten. Das Junge Forum dient als Plattform, um mit den Hochschulen in einen Dialog zu treten und um Vorschläge und Ideen auszutauschen. Wir streben an, durch diese Arbeit einen Beitrag zu einer standardisierten Ausbildung in der Kardiotechnik zu leisten. Das Junge Forum steht als Interessenvertretung den Studenten, Auszubildenden und Berufsanfängern zur Seite. Wir werden direkt auf Vorstandsebene vor der DGfK Ideen, Wünsche und Anregungen vertreten. Des Weiteren streben wir eine Ergänzung der Aus- und Weiterbildung von Perfusionisten an.


.

Junges Forum und DGfK-Vorstand

Dazu gehört eine effizientere Auslastung der zwei bisher bestehenden Simulatoren an der Hochschule Furtwangen in Villingen-Schwenningen und an der Akademie für Kardiotechnik in Berlin. Auf den Tagungen planen wir ein separates Auditorium, in dem wir den Studenten, Auszubildenden und Berufsanfängern die Möglichkeit bieten, ihre Studienarbeten, Bachelor- und Masterthesen oder besondere berufsspezifische Arbeiten vorzutragen, um so ihre Präsentationsfähigkeit zu trainieren und ein sicheres Auftreten zu stärken. In Kooperation mit dem Jungen Forum der DGTHG möchten wir eine engere Zusammenarbeit mit unseren chirurgischen Kollegen fördern und gemeinsam ein größeres Angebot für den Nachwuchs bieten. In naher Zukunft folgt ein separater Bereich auf der Internetseite der DGfK (www. DGfKt.de), welche die Zielsetzungen, Gründer und weitere Organisatoren vorstellt. Dort wird es die Möglichkeit geben, mit dem Jungen Forum in Kontakt zu treten. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit und hoffen auf gegenseitige Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen Dominik Blume Michael Baumgärtner Jan Turrai .

Dominik Blume, Michael Baumgärtner Jan Turrai, KARDIOTECHNIK Februar 2016