Mitteilungen der Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.

Mitteilungen der DGfK


Strafrechtliche Risiken bei (nichtärztlichen) Krankenhausmitarbeitern

Liebe Kollegen/innen,
Am 20.04.2013 fand in Düsseldorf die Klausurtagung der ltd. Kardiotechniker Deutschlands statt. Herr Rechtsanwalt J. Rehmsmeier, Berlin, hat in diesem Rahmen einen Vortrag mit dem Titel "Strafrechtliche Risiken bei (nichtärztlichen) Krankenhausmitarbeitern" gehalten. Auf Beschluss des Vorstands der DGfK möchten wir Ihnen eine pdf-Fassung dieses Vortrags zu Ihrer Information zur Verfügung stellen.

"Strafrechtliche Risiken bei (nichtärztlichen) Krankenhausmitarbeitern"

Vorstand der DGfK, KARDIOTECHNIK Juni 2013



DGfK-Umfrage

Liebe Kollegen/innen,
die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik ist stetig darum bemüht, den Stand und die Situation klinisch tätiger Kardiotechniker in Deutschland zu erfassen und zu verbessern. Um ein genaueres Bild über die Perspektiven und Gehaltsstrukturen in Deutschland zu bekommen, hat sich der Vorstand gemeinsam mit den Teilnehmern der diesjährigen Abteilungsleiterkonferenz entschlossen, einen deutschlandweiten Gehaltsspiegel für klinisch tätige Kardiotechniker zu erstellen. Mit diesem Wissen wären wir vor allem auch in der Lage, jungen Interessenten an unserem schönen Beruf eine genauere Perspektive aufzeigen zu können. Die Umfrage ist webbasiert und wird maximal 5 Minuten in Anspruch nehmen. Selbstverständlich ist sie anonym. Nach erfolgreicher Auswertung können die Daten von den Teilnehmern eingesehen werden. Liebe Kollegen/innen wir danken Ihnen herzlich für Ihre Teilnahme!

Zur Umfrage

Adrian Bauer, Mitglied des Vorstands der DGfK, KARDIOTECHNIK Mai 2013



13. Klausurtagung der leitenden Kardiotechniker in Düseldorf

Vom 19.4.2013 bis 20.4.2013 fand die dritte Klausurtagung der leitenden Kardiotechniker/ innen in Düsseldorf statt. Das Treffen stand auch im Zeichen der Historie, da sieben Gründungsmitglieder der DGfK den Weg nach Düsseldorf gefunden haben, um ihre eigene Tagung dort abzuhalten. Namentlich erwähnt sind dies: Hr. Josef Güttler, Hr. Peter Böttger, Hr. Horst Schmidt, Hr. Herbert Bock, Hr. Werner Jentsch, Hr. Helmut Hees und Hr. Alfred Reidiger. Den Auftakt der Klausurtagung bildete am Freitagabend ein Get-together in gemütlicher Atmosphäre. 28 Kollegen sind der Einladung nach Düsseldorf in das Best Western Savoy Hotel gefolgt, um gemeinsam an verschiedenen Sach- und Fachthemen zu arbeiten. Die Tagung wurde offiziell von unserem Präsidenten Hrn. Christoph Benk um 9:00 Uhr eröffnet und gemeinsam mit unserem Vizepräsidenten Hrn. Adrian Bauer moderiert. Nach einleitenden Worten von C. Benk wurden im Einzelnen die Tagungsordnungspunkte vorgestellt, welche nachstehend noch ausführlicher beschrieben werden. Die Klausurtagung wurde von Anfang an gut angenommen und hatte durch die gut strukturierte Agenda einen stark ausgeprägten Arbeitscharakter. Wie schon bei den vorangehenden Treffen war auch diese Tagung sehr diskussionsfreudig, jedoch harmonisch und von Respekt untereinander geprägt. Folgende Punkte wurden in kontroverser, aber auch konstruktiver Diskussion abgearbeitet und zum Großteil auch mit entsprechenden Zielen definiert. Zum Thema „Berufsanerkennung“ berichtet A. Bauer über weitere konzeptionelle Schritte in Richtung Berufsanerkennung und über den derzeitigen Stand der Dinge. Der Upgrade-Kurs wird mit dem Jahr 2013 offiziell beendet und wurde von etlichen Kollegen erfolgreich absolviert. Auch bei dem Thema „Bildung von Arbeitsgruppen“ gibt es Bewegung. Ungefähr 20 Kollegen haben sich zu unterschiedlichen Gruppen angemeldet, es obliegt nun dem wissenschaftlichen Beirat, den Start der Gruppen zu organisieren und zu begleiten. Um wichtige Informationen über die Organisationsstruktur sowie auch die Gehaltsstruktur der Kardiotechniker/innen in herzchirurgischen Zentren in Deutschland zu erhalten, werden im Einzelnen Frageund Bewertungsbögen an die Mitglieder und an die leitenden Kardiotechniker/innen versendet. Die Daten über die Gehaltsstrukturen werden selbstverständlich anonym erhoben. Die Teilnehmer kamen in den Genuss eines sehr guten, kurzweiligen und informativen Vortrags über strafrechtliche Risiken bei (nichtärztlichem) Krankenhauspersonal. J. Rehmsmeier von der Anwaltskanzlei Ignor u. Partner GBR ist Fachanwalt für Strafrecht. Wir hatten bereits 2012 im Rahmen unserer Jahrestagung die Möglichkeit, einen Vortrag von ihm zu hören. J. Rehmsmeier gab den Teilnehmern derzeit einen ausnehmend guten Überblick über die strafrechtlich relevanten Zusammenhänge in medizinischen Strafverfahren, auch im Hinblick auf eine eventuell kommende Berufsanerkennung und deren Bedeutung in strafrechtlicher Hinsicht. Insbesondere wurde die Fragestellung beleuchtet, ob wir im Rahmen unserer Profession eine delegative, substitutive oder eine eigenverantwortliche Tätigkeit durchführen und ob wir auf einer horizontalen oder vertikalen Arbeitsebene mit unseren Vorgesetzten stehen. Unter „Verschiedenes“ wurde am Ende der Veranstaltung noch auf die letztjährige wie auch diesjährige Jahrestagung eingegangen. Abschließend kann man durchaus feststellen, dass die Klausurtagung ein voller Erfolg war. Die Bereitschaft zur aktiven Mitgestaltung in der Verbandsarbeit wurde wiederum von vielen Kollegen signalisiert. Der Vorstand der DGfK bedankt sich ausdrücklich für die gute und offene Zusammenarbeit bei den Kollegen, und wir freuen uns im nächsten Jahr alle wieder begrüßen zu dürfen.

Gernot Hipp, Mitglied des Vorstands der DGfK, KARDIOTECHNIK Mai 2013


Bachelor Upgrade Kurs für ehemalige AfK-Absolventen

In der Vergangenheit war es für ehemalige Absolventen der Akademie für Kardiotechnik (AfK) mit Abitur bzw. Fachhochschulreife möglich, die Kardiotechnik-Weiterbildung für den Studiengang B.Sc. Cardiovascular Perfusion mit 90 ECTS-Punkten anerkennen zu lassen. Dieser Weg war ehemaligen Absolventen mit mittlerer Reife bislang versperrt. Durch die Änderung der Berliner Hochschulgesetzgebung und der darauf folgenden Aktualisierung der Rahmenstudienordnung der Steinbeis-Hochschule Berlin ist es nun nach Auskunft des Immatrikulationsbüros der Steinbeis-Hochschule möglich, dass auch Bewerber mit mittlerer Reife und einer abgeschlossenen Weiterbildung an der AfK eine Anerkennung des Workloads (90 ECTS) auf den Studiengang B.Sc. Cardiovascular Perfusion erwirken können. Diese Anerkennung ist unproblematisch für alle Bewerber ab Kurs 21 (neue Kardiotechniker Ausbildungs- und Prüfungsordnung). Für Bewerber aus früheren Kursen muss ggfs. eine Einzelfallprüfung durchgeführt werden. Weitere Auskünfte erteilt

Frank Merkle, KARDIOTECHNIK Mai 2013


Vorstandswahlen bei der DGfK

Auf der letzten Mitgliederversammlung am Sonntag, dem 2. Dezember 2012 in Berlin, wurde anlässlich der 41. Jahrestagung der DGfK der Vorstand satzungsgemäß neu gewählt. Ein dickes Dankeschön senden wir hiermit noch einmal an Dieter Lorenz, der nach 22 Jahren das Amt des Schatzmeisters abgibt. Nun wünschen wir ihm für die Zukunft etwas mehr (Frei-)Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Als neuen Schatzmeister möchten wir recht herzlich Sebastian Schmidt begrüßen. Sebastian Schmidt ist seit Mitte 2012 in Bad Nauheim als Kardiotechniker tätig und war vorher 9 Jahre in Regensburg beschäftigt. Wir wünschen Sebastian Schmidt für seine Tätigkeit als Schatzmeister viel Erfolg und allzeit ein gutes Händchen.


Vorstand der DGfK : (von links)
Sebastian Schmidt, Christoph Benk, Frank Born, Adrian Bauer, Gernot Hipp


Berufsbild Kardiotechnik

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik und ihr Akademischer Beirat sind nach wie vor stark bemüht, die Anerkennung des Berufs des Kardiotechnikers voranzutreiben. Im Folgenden sollen die Aktivitäten der vergangenen drei Jahre und die Vorhaben der kommenden drei Jahre dargestellt werden.

2010 bis 2012
Was ist passiert? Bereits im Jahr 2010 wurde in Gesprächen mit der Politik klar, dass aufgrund der starken Heterogenität der Ausbildung der in Deutschland tätigen Kardiotechniker zunächst eine Harmonisierung des Berufs stattfinden muss. Erst dann kann eine Anerkennung des Berufs erreicht werden. Da derzeit bereits mehr als 400 der insgesamt etwas über 500 Kardiotechniker in Deutschland den Abschluss nach den Kriterien des European Board of Cardiovascular Perfusion (EBCP) gemacht oder erhalten hatten, wurde das „European Certificate in Cardiovascular Perfusion“ (ECCP) somit als größter gemeinsamer Nenner zwischen den Kollegen ausgemacht. Ein solcher vergleichbarer Abschluss mit vergleichbaren Lehr- und Prüfungsinhalten ist für eine Berufsanerkennung Voraussetzung. Das ECCP ist somit die ausbildungsbezogene Grundlage der Berufsanerkennung in Deutschland. Um aber auch die Lücke.zwischen den ECCP-Qualifizierten und den Kollegen ohne Abschluss zu schließen, bietet die DGfK seit 2011 einen Upgrade- Kurs über 600 Stunden an. Ein erfolgreicher Abschluss berechtigt zur Zulassung zur ECCP-Prüfung. Dieser Kurs ist eine zeitlich begrenzte Einrichtung und endet voraussichtlich 2013. Sollten sich jedoch genügend Kollegen für 2014 anmelden, könnte die DGfK eine Verlängerung bei der EBCP bis 2015 beantragen. Dies bedeutet auch, dass ab 2014 jeder Kollege ein akkreditiertes Studium oder eine entsprechende Ausbildung gemacht haben muss, um das ECCP erhalten zu können! Die Grundvoraussetzung für eine standardisierte Ausbildung ist somit gegeben, zumindest solange genügend Absolventen aus akkreditierten Ausbildungsprogrammen kommen und die Hochschulen sich weiter in diesem Bereich akkreditieren lassen.

Die DGfK führt seit 2012 intensive Gespräche mit Anwälten und Experten, um die Wege eines offiziellen Anerkennungsprozesses zu erörtern. Wichtigste Voraussetzungen hierfür sind demnach:

– gemeinsame Lern- und Prüfungsinhalte (siehe oben) sowie
– ein klar zu definierendes Aufgabengebiet.

Die Lerninhalte können, wie oben erwähnt, durch den Syllabus (Lehrplan) der EBCP erfasst werden. Die Aufgabengebiete sind in den meisten Kliniken klar beschrieben und werden sehr gut durch die Berufsbildbroschüre „Kardiotechnik“ dargestellt. Hierbei bleibt zu beachten, dass vor allem Tätigkeiten mit einer klaren Abgrenzung zu anderen Berufen als Alleinstellungsmerkmal für einen neuen Beruf wichtig sind. Dies trifft im Fall der Kardiotechnik besonders auf die Perfusion, also die extrakorporale Zirkulation, zu. Der Rechtsanwalt T. Nölling (Anwaltskanzlei Wienke & Becker) hat in seinem Artikel in der KARDIOTECHNIK (2/2011) darauf hingewiesen, dass für diesen Punkt weder eine Delegation (temporäre Übertragung von ärztlichen Tätigkeiten) noch eine Substitution (dauerhafte schriftliche Übertragung) nötig ist. Eine klare Abgrenzung scheint hier also möglich, auch ohne gegen den § 1 des Heilpraktikergesetzes zu verstoßen. Die Anwaltskanzlei Wienke & Becker ist seit 2011 für die DGfK tätig. Herr Dr. Wienke ist Anwalt für medizinisches Recht und außerdem, neben anderen Funktionen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Medizinrecht (DGMR). Er berät die DGfK in juristischen Fragen. Im Jahr 2012 erstellte seine Kanzlei einen Befund zu den Möglichkeiten einer offiziellen Anerkennung des Berufs des Kardiotechnikers. In ersten Beratungsgesprächen zwischen Dr. Wienke und dem Vorstand der DGfK im Februar 2012 wurde schnell deutlich, dass eine Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) zwar eine bundeseinheitliche Anerkennung und eine verbindliche Ausbildungsordnung möglich machen würde, aber der Beruf nicht akademisiert wäre und eine Tätigkeit als Freiberufler nicht möglich wäre. Nach Beurteilung des Befundes erscheint für den Vorstand der DGfK die Anerkennung auf Basis eines Bachelors in Verbindung mit den klinischen Aspekten des ECCP vorzugswürdig. In einem zweiten Befund vom November 2012 stellt die Anwaltskanzlei fest, dass eine Gesetzesinitiative analog zu Österreich in Deutschland nur schwer umzusetzen ist. Als Begründung hierfür führen die Anwälte die geringe Anzahl möglicher Absolventen (~30/anno) bzw. klinisch tätiger Kardiotechniker (~500) in Deutschland an. Als vielversprechender wird die weitere Harmonisierung der Studien- und Ausbildungsgänge empfohlen.

2012 bis 2015 Was wird kommen?
Die Anerkennung eines Berufs kann auch in mehreren Schritten stattfinden:

– der Schutz der Berufsbezeichnung,
– die klare Definition der Tätigkeiten sowie deren Schutz.

Die Berufsbezeichnung könnte markenrechtlich geschützt werden. Während der Abteilungsleitersitzung im November 2012 wurden verschiedene zu schützende Namen diskutiert. Neben der Beibehaltung des klassischen Namens „Kardiotechniker“ wurden auch Varianten wie „Diplom-Kardiotechniker“, „Technischer Mediziner“ und „Klinischer Perfusionist Kardiotechnik“ genannt. Aus diesen vier Varianten ging während der Mitgliederversammlung ein eindeutiges Votum der stimmberechtigten Kardiotechniker für den „Klinischen Perfusionist Kardiotechnik“ hervor. Der Vorstand prüft nun diesen Titel und seinen möglichen Schutz. In einem nächsten Schritt wird die DGfK gemeinsam mit anderen Fachverbänden ein Positionspapier zum Aufgabengebiet und zum Ausbildungs- und Werdegang von Kardiotechnikern in Deutschland verfassen, um so die Tätigkeiten schriftlich zu definieren. Die spätere Erstellung einer Leitlinie könnte den Übergang zu einer Übertragungsrichtlinie bilden. Diese grundlegenden Schritte werden unseren Beruf immer klarer abgrenzen und ein Quereinsteigen in die Tätigkeit nach und nach obsolet machen. Ein Punkt allerdings bleibt immer gleich, eine Berufsanerkennung ohne definierte Ausbildung wird nicht stattfinden können. Länder mit staatlichen Anerkennungen wie Österreich zeigen dies auf. Hier dürfen nur Kollegen mit einem Diplom im radiologisch- technischen Dienst, einem Diplom im medizinisch-technischen Laboratoriumsdienst oder einer Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege und einer Ausbildung in der Intensiv- und Anästhesiepflege die Ausbildung zum Kardiotechniker beginnen. Selbige dauert 18 Monate und umfasst einen ähnlichen Lehrplan wie die des EBCP. Die Kollegen schließen mit einem Diplom in Kardiotechnik ab. Diese Ausbildung findet dezentral statt. In den Vereinigten Staaten sind ein Bachelor- oder Junior-Level mit Schwerpunkt in Biologie, Chemie, Anatomie und Physiologie Vorbedingung, um in ein Perfusion-Programm aufgenommen zu werden. Liebe Kollegen, der Weg zu einer offiziellen Anerkennung unseres Berufs ist lang und erfordert die Mitarbeit aller. Wichtig für einen Erfolg ist die konsequente Umsetzung des eingeschlagenen Weges, denn nur wenn in deutschen Kliniken ausschließlich qualifiziertes Personal arbeitet, kann dieses Ziel erreicht werden.

Weitere Informationen des Akademischen Beirates

Adrian Bauer Vorsitzender des Akademischen Beirats der DGfK e.V, KARDIOTECHNIK Februar 2013