Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.

Historische Entwicklung der Herz-Lungen-Maschine



1492

Am todkranken Papst Innozenz VIII. (1432-1492), Freund und Förderer der Hexenverfolgung, wird die erste Bluttransfusion versucht. Jedoch stirbt er unmittelbar nach den drei zehnjährigen Jungen, die ihm zur Blutspende geopfert wurden.


1311/12

Das 15. Allgemeine Konzil findet unter Papst Klemens V. statt und stellt klar, dass die Seele des Menschen im ganzen Körper und nicht nur im Herzen wohnt.


Ca. 1250 v.u.Z.

Papyrus Burgsch, im Ägyptischen Museum Berlin: mit Rezepten zur Behandlung von Gefäßerkrankungen.


13. Jhdt.

Ibn an-Nafis (1213-1288), Arzt in Kairo, beschreibt in einem Kommentar zum Canon des Avicenna als Erster den Lungen- und den Koronarkreislauf. In Europa bleibt diese Schrift bis ins 20. Jahrhundert unbekannt.


1240

In der Medizinalordnung Friedrichs II. wird die Trennung der beiden Heilberufe Arzt und Apotheker verfügt und die Berufsausbildung für Ärzte erstmals gesetzlich geregelt.


1220

Kaiser Friedrich II. (1194-1250), Sohn Heinrichs VI. und Enkel Friedrich Barbarossas, verstaatlicht die Schule in Salerno, die so zur ersten medizinische Hochschule Europas wird und bis zur Schließung durch Napoleon im Jahre 1811 besteht.


1163

Das Konzil von Tours verbietet mit den Worten "Ecclesia abhorret sanguine" den Klöstern die Chirurgie und bereitet damit den Boden für die Trennung von Chirurgie und Medizin. Bader, Schmiede und Henker üben nun für viele Jahrhunderte die Chirurgie im Nebenberuf aus.


1130

Das Konzil von Clermont verbietet die Ausübung der Heilkunde durch geweihte Priester und initiiert so ein großes Umschulungsprogramm für Laienbrüder.


Um 1030

Abu Ali al-Hussein Ibn Abdallah Ibn Sina (997-1037), latinisiert: Avicenna, vertritt in seinem monumentalen Hauptwerk "Al-qanum fi at-tibb" (Canon medicinae) die These, dass das Herz als Quelle des Arteriensystems eine eigene Kraft besitzen müsse


820

Salerno: Dem einige Jahrzehnte zuvor gegründeten Benediktiner-Kloster wird ein Spital angeschlossen. Die "Schule von Salerno", allmählich durch den Zusammenschluss von Ärzten zwecks gemeinsamer Ausbildung von Medizinern entstanden, erfährt dadurch einen bedeutenden Entwicklungsschub.


2. Jhdt.

Claudius Galenus (129-199) sieht die Bewegung des Blutes als durch diastolische Attraktion hervorgerufene Ebbe und Flut. Er entwickelt die Pneuma-Lehre und das energetische Prinzip, wonach die linke Herzkammer ein Ofen ist, in der das in der Leber gebildete Blut zur Abkühlung mit der Luft der Lungen vermischt wird.


Um 78

Dioskurides (um 40-90), u.a. Militärarzt unter Kaiser Nero, veröffentlicht "De materia medica", das für die nächsten 1500 Jahre maßgebliche pharmazeutische Lehrbuch.


3. Jhdt. v.u.Z.

Erasistratos (310-250 v.u.Z.) nimmt die Existenz eines Kapillarkreislaufs an, wobei das Blut über Attraktion aus den Venen in die Arterien gelangen soll. um 25 Celsus (30 v.u.Z. - 38 u.Z.) definiert die Entzündung als lokale Störung der Mikrozirkulation mit den Symptomen Rubor, Calor, Dolor und Tumor.


3. Jhdt. v.u.Z.

Herophilos (315-250 v.u.Z.) beschreibt den arteriellen Puls nach Frequenz, Rhythmus, Amplitude und Härte. Er führt den Begriff Extrasystole ein.


4. Jhdt. v.u.Z.

Proxagoras (um 370 - um 325 v.u.Z.) bezeichnet Gefäße, die wie das Herz schlagen, als Arterien - wobei die Arterien Luft und nicht Blut transportieren (aer = Luft, terrein = enthalten).


4. Jhdt. v.u.Z.

Aristoteles (384-322 v.u.Z.) erkennt, dass Kälte den Herzschlag verlangsamt und schließlich sogar zum Stehen bringt, wobei erst der linke Ventrikel, dann der linke Vorhof, der rechte Ventrikel und schließlich der rechte Vorhof stehen bleiben. Das Herz wird als Zentrum des vaskulären Systems und Ursprung aller Organe überhaupt gesehen.


5. Jhdt. v.u.Z.

Hippokrates (um 460 - um 375 v.u.Z.) entwickelt daraus die Säftelehre oder Humoralpathologie: Die vier Körpersäfte gelbe Galle, schwarze Galle, Schleim und Blut lassen sich aus den vier Elementen und vier Qualitäten ableiten. Gesundheit wird als Harmonie der Säfte definiert. Der Kopf ist für ihn Quelle wichtiger Blutgefäße.


5. Jhdt. v.u.Z.

Empedokles (um 495 - um 435 v.u.Z.) vertritt in seiner Naturphilosophie die Auffassung, dass Feuer, Luft, Erde und Wasser Ursprung aller Dinge sind und durch die Kombination der Grundeigenschaften heiß, trocken, feucht und kalt entstehen.


Um 500 v.u.Z.

Pien Ch'iao begründet die chinesische Pulslehre.


Um 650 v.u.Z.

Ninive: Erstbeschreibung der Angina pectoris, in der ältesten bisher bekannten Bibliothek, der Sammlung von Tontafeln des Assyrer-Königs Assurbanipal.


Um 1000 v.u.Z.

Im Nan Ching wird das Herz als vornehmstes der fünf YIN- oder Hauptorgane (Leber, Herz, Milz, Lunge, Nieren) bezeichnet.


Ca. 1550 v.u.Z.

Papyrus Ebers, in der Universitätsbibliothek Leipzig: umfangreichstes medizinisches Werk des alten Ägyptens mit über 700 Medikamenten und 800 Rezepten in 879 Texten. Die Nummern 854-856 handeln das Herz und das Gefäßsystem ab.


Ca. 2800 v.u.Z.

Papyrus Edwin Smith, an der Academy of Medicine in New York: Das"Wundenbuch" mit 48 Diagnosen, diversen Rezepten und Zaubersprüchen gilt als das älteste chirurgische Lehrbuch der Welt. Das Herz wird darin als Denkorgan gesehen.





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Maik Foltan, Webmaster der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.