Deutsche Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.

Fortbildung


Prüfen Sie Ihr Fachwissen


Lieber Internetnutzer,

ich möchte Ihnen die Möglichkeit geben, Ihr Fachwissen in Form eines Quiz zu prüfen. Dieses Quiz wird jeden Monat um weitere Fragen ergänzt und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Ihnen in unterhaltsamer Form Ihr Wissen auffrischen. Vor der Veröffentlichung der Fragen und Antworten auf den Internetseiten der DGfK werden diese mit dem wissenschaftlichen Beirat der DGfK abgestimmt. Gerne können Sie mir auch Fragen oder Themenvorschläge zusenden.
Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß mit den Fragen zu den Themen:


Bluttransfusion, Vorhofflimmern, Diabetes Mellitus, Magnetresonanztomografie, Hochfrequenzchirurgie, Statistik, Myokardprotektion, Sauerstoffmetabolismus, Embryonalkreislauf, Filtertechnologie, Thrombozyten, Säure-Basen-Haushalt, Anomalie, Blutkreislauf, Gefäßwiderstand, Katecholamine, Gehirn, Protamin und Heparin, Erythrozyt, Niere, Koronarversorgung, Atmung, Sauerstoff, Koronardurchblutung, Lungenödem, Hygiene, Aktionspotential, Eisenmenger-Syndrom, Sauerstoffdissoziationskurve, Medizinische Umrechnungen, ARDS, Kreatinin,

Maik Foltan, Webmaster der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik e.V.


Thema: Bluttransfusion

1.Welche für die Bluttransfusion relevante Aussage vermittelt der Indirekte Coombs Test einer Kreuzprobe?

a) Das Vorhandensein von Antikörpern im Serum des Empfängers, die sich an die Erythrozyten
---des Spenders anheften können.

b) Die Übereinstimmung der Blutgruppen des Spenders und Empfängers
c) Die Agglutination der Erythrozyten des Spenders und Empfängers nach Zugabe des Coombs Enzyms


2. Welcher Mechanismus kann während und nach einer Bluttransfusion in eine akute Lungeninsuffizienz führen?

a) Durch ein Botenstoff induziertes Lungenödem
b) Agglutination der roten Blutkörperchen in der Lungenstrombahn und die daraus resultierende Verminderung
-- des Blutflusses

c) Erhöhte Transfusion von roten Blutkörperchen mit bereits reduzierter Sauerstofftransportkapazität



3. Warum kann ein Erythrozytenkonzentrat bei sachgerechter Lagerung innerhalb des Verfalldatums einen erhöhten Kaliumwert aufweisen?

a) Kalium ist ein wesentlicher Bestandteil der Zusatzlösung, die nach der Blutentnahme zugeführt wird
b) Äquibrilieren (Ins Gleichgewicht bringen) der Intrazellulären und Extrazellulären Kaliumkonzentration
c) Bei der Blutabnahme und Blutaufbereitun kommt es zur Schädigung der Zellmembran der roten Blutkörperchen,
-- welche dann Kalium freisetzen.


4. Um wieviel Prozent sollte der Hämatokrit nach Transfusion eines Erythrozytenkonzentrates (ca. 250 - 280 ml) in einem normalgewichtigen erwachsenen Patienten ohne erhöhten Erythrozytenumsatz ansteigen?

a) 0 - 1 %
b) 1 - 2 %
c) 2 - 3 %
d) 3 - 4 %
e) 4 - 5 %


Thema: Vorhofflimmern

1. Das Vorhoflimmern ist:

a) Die häufigste Herzrhythmusstörung
b) Die zweithäufigste Herzrhythmusstörung
c) Die dritthäufigste Herzrhythmusstörung
d) Die vierthäufigste Herzrhythmusstörung

Die Vorhofflimmerfrequenz liegt bei :

a) 180-300 Schlägen pro Minute
b) 200-350 Schlägen pro Minute
c) 220-350 Schlägen pro Minute
d) 350-600 Schlägen pro Minute

3. Wie heißt der Score zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern?

a) AFTHS
b) CATHS
c) CHADS
d) EATCS

4. Selbst unter angemessener Behandlung mit Cumarinen kommt es bei Risikopatienten zu Hirnembolien.
Bei wie viel Prozent der Hochrisikopatienten kam es innerhalb von drei Jahren zu einem Hirninfarkt?

a) 11%
b) 16 %
c) 21%
d) 26 %


Thema: Diabetes Mellitus

1. Welche Aussage über Diabetes Mellitus ist richtig?

a) Typ 1 tritt häufiger auf als Typ 2
b) Ist eine erbliche chronische Stoffwechselerkrankung
c) Wird immer durch Insulinmangel hervorgerufen
d) Bei diabetischer Stoffwechselsituation ist der Abbau von Fett verlangsamt

2. Welche Aussage über Insulin trifft nicht zu?

a) Wird in den Langerhans-Inseln des Pankreas produziert
b) Wird aus Proinsulin gebildet
c) Wird pulsierend ausgeschüttet
d) Wird in gleichbleibender Dosierung ausgeschüttet

3. Welche erwünschte Wirkung hat Insulin, wenn es bei einer Hyperkaliämie zusammen mit Glukose
ee verabreicht wird?

a) Die verabreichte Glukose erhöht die Nierenausscheidung und führt dadurch zu einer vermehrten
eeAusscheidung von Kalium. Insulin wird zur Metabolisierung der Glukose verabreicht.

b) Insulin fördert die Aufnahme von Kalium in den Intrazellularraum, dadurch kommt es kurzfristig
eezu einer schnellen Verminderung der extrazellulären Kaliumkonzentration.

c) Der Glukose-Insulin Stoffwechsel verbraucht Kalium, um Energieressourcen zu produzieren.
d) Insulin hat keinen Einfluss auf den Kaliumhaushalt, es wird lediglich zur Vorbeugung einer
ee Hyperglykämie verabreicht, die durch die alleinige Glukoseverabreichung entstehen würde.


4. Wo wird Insulin verstoffwechselt?

a) Leber
b) Nieren
c) Milz
d) Leber und Nieren
e) Leber und Milz
f) Niere und Milz


Thema: Magnetresonanztomografie (MRT)

1. Wie lang sollte die Implantation eines MRT-tauglichen Herzschrittmachern vor einer MRT-Untersuchung zurückliegen?

a) Bei einem MRT-tauglichen Herzschrittmacher kann sofort eine MRT-Untersuchung erfolgen.
b) Es sollten mindesten 3 Wochen vergangen sein.
c) Es sollten mindestens 6 Wochen vergangen sein.
d) Es sollten mindestens 6 Monate vergangen sein.

2. Wodurch kann eine suffiziente Stimulation bei einer MR-Untersuchung gestört werden?

a) Das statische Magnetfeld bewirkt eine Impedanzerhöhung.
b) Reizschwellenerhöhung durch HF-Induktionsbedingter Gewebserwärmung an der Elektrodenspitze.
c) Interferrenz des Stimulationsimpulses entlang der Sonde durch Gradientenfelder.
d) Das Wechselmagnetfeld erzeugt eine stehende Skalarwelle, welche die Ozsillationsfrequenz des Herzschrittmachertaktgebers unterdrückt.

3. Welches Gefahrenpotential birgt eine niedrige Batteriespannung eines Herzschrittmachers bei einer MRT-Untersuchung?

a) Bei halber Entladung ist genug Lithiumiodid gebildet worden, sodass bei HF-Induktion Explosionsgefahr durch Ausgasung besteht.
b) Lithiumiodid hat die gleiche magnetische Resonanzfrequenz wie Wasserstoff und stört die Bildgebung.
c) Eine niedrige Batteriespannung beinhaltet kein Gefahrenpotential.
d) Die ERI-, bzw. EOL-Kriterien können fälschlicher Weise erfüllt werden, sodass der Herzschrittmacher in den Notfallmodus (bei Boston Scientific: Lagerungsmodus) wechselt.

4. Kann bei einem Herzschrittmacher-Patienten eine funktionelle MRT-Untersuchung durchgeführt werden?

a) Bedingt, da die meisten Systeme nur bis 1,5 Tesla geprüft wurden.
b) Nein, da die meisten Systeme nur bis 1,5 Tesla geprüft wurden.
c) Ja, da bei einer fMRT die Feldstärke sehr gering ist.
d) Nein, da bei einer fMRT das venöse Blut ferromagnetisch wird und damit die Elektrodenimpedanz gegen Null sinkt.


Thema: Hochfrequenzchirurgie

1. Welche unterschiedlichen Anwendungstechniken der Hochfrequenzchirurgie werden hauptsächlich angewandt?

a) Frequenzadaptierte und frequenzmodulierte Anwendungstechniken
b) Gleichstrom- und Wechselstromtechniken
c) Monopolare-, bipolare- und monoterminale Anwendungstechniken
d) Digitale und analoge Anwendungstechniken

2. Die Hochfrequenzchirurgie basiert auf dem Joule-Lenz-Gesetz. Wenn elektrischer Strom durch den menschlichen Körper fließt, treten welche der drei Effekte auf?

a) Anstieg der Körperkerntemperatur, Kammerflimmern, Dehydration des Gewebes
b) Nervenstimulation (Faradischer Effekt), Elektrolyse, Erwärmung
c) Anstieg des Blutdrucks, Elektrolytverschiebung, Kammerflimmern

3. Welche Stromdichte [A/cm2] sind bei der Hochfrequenzchirurgie üblich?

a) 01 - 06 [A/cm2]
b) 06 - 10 [A/cm2]
c) 10 - 50 [A/cm2]
d) ca. 100 [A/cm2]

4. Mit Hilfe des thermischen Effekts wird in der Hochfrequenzchirurgie Gewebe geschnitten bzw. verödet. Wovon hängt der Grad der Erwärmung hauptsächlich nicht ab?

a) Glomuläre Filtrationsrate
b) Stromdichte
c) Spezifischer Widerstand des Gewebes
d) Einwirkungszeit der elektrischen Energie

Thema: Statistik

1. Was wird mit der Gaußschen Glockenkurve dargestellt?

a) Die Häufigkeitsverteilung einer gleichverteilten Größe
b) Die Dichtefunktion einer normalverteilten Größe
c) Der Mittelwert einer statistischen Größe
d) Die Standartabweichung einer signifikanten Größe

2. In welchen Bereich sind ca. 95% aller Messwerte bei einer Normalverteilung zu finden?

a) Im Intervall von ± 2x Standartabweichung vom Mittelwert
b) Im Intervall von ± Standartabweichung vom Mittelwert
c) Im Intervall von ± Erwartungswert vom Mittelwert
d) Im Intervall von ± 2x Erwartungswert vom Mittelwert


3. Wie sind die meisten Enzymaktivitäten verteilt?

a) Normalverteilt
b) Poisson-verteilt
c) Gleichverteilt
d) Logarithmisch normalverteilt

4. Für den Median gilt:

a) Der Median entspricht immer dem arithmetischen Mittelwert.
b) Der Median steht in der Mitte, wenn alle Beobachtungswerte ihrem Wert nach geordnet werden.
c) Der Median entspricht dem geometrischen Mittelwert.
d) Der Median spielt bei der Regressionsgeraden eine Rolle.

Thema: Myokardprotektion

1. Wie hoch ist der Sauerstoffbedarf im kardioplegisch stillgelegten und zusätzlich auf ca. 17° C gekühltem Herzen?

a) 4 - 7 ml/min/100g Gewebe
b) 3 ml/min/100g Gewebe
c) 1 ml/min/100g Gewebe
d) 0,1 - 0,2 ml/min/100g Gewebe


2. Eine intrazelluläre Kardioplegielösung enthält

a) wenig Natrium und wenig Magnesium
b) wenig Kalium und wenig Magnesium
c) viel Kalium und viel Magnesium
d) viel Natrium und viel Magnesium

3. Mannitol in der Kardioplegielösung

a) fördert nicht die renale Ausscheidung
b) dient dem Herzen als Energielieferant.
c) vermindert durch eine gesteigerte Osmolalität eine Ödembildung im Myokard
d) verhindert die Bildung von freien Sauerstoffradikalen


Thema: Sauerstoffmetabolismus

1. Die Hüfner Zahl beschreibt

a) den Quotienten aus paO2 und O2 Konzentration in der Inspirationsluft.
b) die Sauerstoffbindungskapazität des Hämoglobins.
c) die Sauerstoffextraktionsrate.
d) den Sauerstoffgehalt des Blutes

2. Wieviel Sauerstoff (in ml) wird in 100 ml arteriellen Blutes (Hb 15g/dl) mit einer SaO2 von 97% und einem paO2 von 90 mmHg chemisch gebunden?

a) 14,5 ml
b) 19,5 ml
c) 24,5 ml
d) 29,5 ml


3. Wieviel Sauerstoff (in ml) wird in 100 ml arteriellen Blutes (Hb 15g/dL) mit einer SaO2 von 97% und einem paO2 von 90 mmHg physikalisch gelöst?

a) 2,7 ml
b) 5,7 ml
c) 7,7 ml
d) 12,7 ml


4. Die Sauerstoffdissoziationskurve des arteriellen Blutes beschreibt

a) das Verhältnis zwischen O2-Angebot und O2-Aufnahme
b) den Anteil des chemisch gebundenen O2 in Relation zum physikalisch gelösten O2
c) den Zusammenhang zwischen dem paO2 und der zugehörigen Sättigung SaO2.
d) die Löslichkeit von O2 im Blut

Thema: Embryonalkreislauf

1. Der Ductus Arteriosus verschließt sich funktionell unter normalen Umständen

a) Unmittelbar nach der Klemmung der Nabelschnur
b) Nach der kompletten Entfaltung der Lunge
c) Innerhalb der ersten 12 Stunden
d) Innerhalb des ersten Lebensmonats
e) Innerhalb des ersten Lebensjahres

2. Wie hoch ist der aortale Blutdruck im fetalen Kreislauf am Ende der Schwangerschaft?

a) ca. 35 mmHg
b) ca. 45 mmHg
c) ca. 55 mmHg
d) ca. 65 mmHg
e) ca. 75 mmHg


3. Was wird unter dem Begriff Plazentatransfusion verstanden?

a) Verschiebung des plazentalen Blutvolumens in den fetalen Kreislauf während der Presswehen
b) Nach der Entbindung wird das plazentale Blutvolumen durch ein Gefälle in den Neonaten rücktransfundiert
c) Leersaugen der Plazenta und der Nabelvene durch thorakalen Unterduck nach der Geburt
d) Beschreibt den Vorgang, dass der Blutverlust, der durch das Abtrennen der Nabelschnur entstehen kann,
---durch eine Transfusion ausgeglichen werden muss.

4. Welche der folgenden Veränderungen während des Übergangs von der fetalen auf die neonatale Zirkulation tritt unter normalen Umständen nicht auf?

a) Steigerung der Lungendurchblutung aufgrund des fallenden Lungengefäßwiderstandes
b) Anstieg des systemischen Widerstandes und relative Reduzierung der Blutströmung in der Aorta descendens
c) Zunahme des Rechts-Links-Shunts über das Foramen ovale
d) Die erhöhte Sauerstoffkonzentration des perfundierenden Blutes fördert die
---Shuntumkehr und den nachfolgenden funktionalen Verschluss des Ductus arteriosus

Thema: Filtertechnologie


1. Was beschreibt der "bubble pressure point" (Blasendruckpunkt)?

a) Luftdurchlässigkeit des Filters in Abhängigkeit vom Differenzdruck an der Filteroberfläche
b) Maximale mögliche Dehnung der Blasenfalle ("bubble catcher" ) der Herz-Lungen-Maschine.
c) Minimaler Perfusionsdruck des Filters, der zur Elimination von Luftblasen aus dem Blut über die verwendete Membran notwendig ist.
d) Maximaler Druck einer Gasblase, der es gerade noch ermöglicht, diese durch ein Filtermedium mittels Verformung zu eliminieren.

2.Welche Porengröße besitzt normalerweise der Tiefenfilter im Kardiotomiereservoir?

a) 10 µm
b) 20 µm
c) 40 µm
d) 60 µm

3. Welche Aussage bezüglich des Tiefenfilters trifft nicht zu?

a) Benötigt lange Strömungskanäle zur Partikelabtrennung
b) Hat ein höheres Füllvolumen als ein Netzfilter
c) Eliminiert Partikel durch Adhäsionskräfte
d) Hat einen unbegrenzten Wirkungsmechanismus

4. Welche Porengröße besitzt der Transfusions-Filter zur Verabreichung einer Bluttransfusion?

a) 20 µm
b) 50 µm
c) 100 µm
d) 200 µm

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